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JobA - eine Zukunft für Jugendliche
19.03.09

Die Klasse 10a der Realschule Schwarzenbek war zu Gast bei der JobA in Bad Segeberg - hier der Eindruck der Schülerinnen und Schüler.

Der Anblick vieler junger Menschen, die eifrig arbeiten, lernen und sich anstrengen, um einmal etwas in ihrem Leben erreichen zu können, ist erfreulich. Die einen schneiden das erste Mal ein Innen- und Außengewinde in Aluminium und Stahl, die anderen lernen, wie man eine Zwiebel schnell und richtig schneidet, ohne dass die Augen tränen. Wieder andere zeigen ihre kreative Seite bei der Spachtel- und Wischtechnik in der Farbwerkstatt.

Trainiert wird all dies bei der JobA (Junge Menschen in offener beruflicher Bildung und Ausbildung) in Bad Segeberg. Hier wird Jugendlichen geholfen, die zuvor bei keinem Betrieb einen Ausbildungsplatz bekommen haben. Entweder weil ihre Leistungen in der Schule zu schlecht waren oder weil sie keinen Abschluss haben. Bei der JobA können sie Erfahrungen sammeln und sie bekommen Einblicke in verschiedene Berufe. Versucht wird, den Einstieg in den Beruf für die Jugendlichen zu erleichtern. JobA ist in Bad Segeberg und Flensburg vertreten. Das Unternehmen gehört zu einem Verbund von zwanzig Jugendaufbauwerken in Schleswig-Holstein.  Weitere Einrichtungen befinden sich unter anderem in Bad Oldesloe, Ahrensburg, Geesthacht, Eutin und Lübeck.

Die Niederlassung in Bad Segeberg wird von Annette Nißen (52) geleitet. Eine ihrer Aufgaben besteht darin, Projekte über ein gutes Konzept für die Region einzuwerben und für die Finanzierung zu sorgen. „Alles, was bei uns stattfindet, passiert nicht automatisch, man muss sich immer darum kümmern. Jeden Monat gibt es Ausschreibungen, und man muss sich immer wieder auf Neues einstellen.“ Notwendige Eigenschaften für ihren Beruf, so Annette Nißen, sind Offenheit, Kreativität und Neugier.

Mit ihren über dreißig Beschäftigten versucht sie, die Kompetenzen und Fähigkeiten der Jugendlichen zu entdecken und zu fördern. Diese dürfen hier handwerklich arbeiten, probieren und experimentieren. So soll jeder – unter Anleitung - selbst herausfinden, wo seine Stärken und Schwächen liegen und welcher Beruf für ihn geeignet ist. Eine wesentliche Aufgabe der Ausbilder besteht darin, die Lücke zwischen den Erwartungen der Betriebe und den Fähigkeiten der Berufsanfänger zu schließen. Durch Kontakte zu regionalen Unternehmen werden Praktikumsplätze vermittelt. Zukünftige Arbeitgeber können sich dann von den Kenntnissen der Jugendlichen und ihrer Eignung überzeugen.

Die JobA GmbH – ein Tochterunternehmen der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein – betreibt das Jugendaufbauwerk in Bad Segeberg seit 2006. Neben den über Wettbewerbe finanzierten Projekten gibt es 96 Teilnehmer, die die Bundesagentur für Arbeit zu JobA in eine einjährige Berufsvorbereitung schickt. Auch Älteren wird hier geholfen: Ein Projekt beschäftigt sich beispielsweise mit Langzeitarbeitslosen und Erwachsenen, die nach längerer Pause wieder einen Beruf aufnehmen wollen.

Ziel der JobA ist es, den Jugendlichen eine Lehrstelle zu vermitteln. Bis jetzt werden rund 75 Prozent vermittelt. Langfristig sollen alle vermittelt werden. Als nächstes Projekt ist geplant, Jugendlichen einen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen, damit sie dort Neues entdecken und fremde Kulturen sowie die Landessprache kennenlernen können. Auch Annette Nißen lernt immer noch dazu und sagt dazu: „Kein Jahr verläuft wie das andere. Auch wir entwickeln uns immer weiter.“
Weitere Informationen stehen im Internet unter www.joba-sh.de.

Von der Klasse 10a der Realschule Schwarzenbek (aus LN, 19.03.2009)