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Projekt AktivFirma unterstützt Geflüchtete beim Jobeinstieg
12.03.19



Sie kommen beispielsweise aus Syrien oder Eritrea, sie sind vor dem Bürgerkrieg geflüchtet und wollen nun in ein neues Leben starten. Damit dies nachhaltig gelingt, hat die JobA GmbH, ein Tochterunternehmen der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, zu Beginn des Jahres in Bad Segeberg zusammen mit dem Jobcenter des Kreises das Projekt AktivFirma gestartet.

"Zielgruppe unseres Projekts sind Geflüchtete und Migranten über 25 Jahre, die in den vergangenen zwei Jahren noch nicht den Weg in eine Beschäftigung gefunden haben." So beschreibt Lennart Landsberg, Geschäftsführer der JobA, die Ausrichtung dieses Modellprojekts, das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) aus dem Landesprogramm Arbeit durch das Land Schleswig-Holstein sowie mit Unterstützung des Jobcenters Kreis Segeberg gefördert wird. "Die JobA ist mit der Idee zu diesem Projekt auf uns zugekommen und uns hat das Konzept überzeugt", sagt Jan Sevecke, Teamleiter Markt & Integration des Jobcenter. "Wir sprechen hier von einer Teilnehmergruppe, die besonderer Unterstützung bedarf und vor der Frage steht, wie nach den ersten Sprachkursen nun der Einstieg in eine berufliche Tätigkeit gelingen kann", so Sevecke.

Auf Grund der sehr unterschiedlichen Voraussetzungen der Wiedereinsteiger ist ein sehr praxisorientiertes und individuelles Herangehen gefragt - so sei das Projekt auch angelegt, wie Nico Hadammök, Casemanager der JobA, berichtet. "Wie haben es hier mit sehr breit gefächerten Lern- und Erwerbsbiografien zu tun, die von vier Jahren Schulbesuch bis zum fast abgeschlossenen Hochschulstudium reichen. Genauso unterschiedlich sind auch die jeweiligen Deutschkenntnisse unserer Teilnehmer", erläutert Hadammök. Berufsbezogener Deutschunterricht, der begleitend angeboten wird, ist damit einer der ganz wichtigen Bestandteile des Projekts.

Im Mittelpunkt des Projekts steht eine fiktive Übungsfirma. Hier können sich die Teilnehmenden in unterschiedlichen Themenfeldern, die von verwaltenden Tätigkeiten bis zur Elektroinstallation reichen, erproben. Durch die dabei gesammelten Erfahrungen beispielsweise auch in der Holz- und Metallwerkstatt, im Garten- und Landschaftsbau oder in der Lehrküche der JobA erhalten die Geflüchteten nicht nur realistische Einblicke in verschiedene Berufsfelder, sondern erfahren durch erste eigene Erfolge eine neue Motivation für den anschließenden Übergang in den Arbeitsmarkt.

Zusätzlich erhalten sie erste Bescheinigungen, die ihre Fähigkeiten für die neuen potentiellen Arbeitgeber dokumentieren. Bis zu sechs Monate können die Teilnehmenden im Projekt, das zunächst bis Ende 2020 ausgelegt ist, verweilen und so ganz individuell die einzelnen Schritte und Stationen im Projekt durchlaufen. "Durch die unterschiedlichen Ausgangslagen ist dies auch erforderlich", berichtet Hadammök von ersten Erfahrungen. Mindestens 30 Projektteilnehmer sollen im weiteren Verlauf betreut werden. "Und möglichst viele von ihnen wollen wir in Arbeit oder Ausbildung vermitteln", unterstreicht JobA-Geschäftsführer Landsberg die Zielsetzung.

Weitere Informationen zum Projekt AktivFirma sind bei der JobA in Bad Segeberg unter Tel. (0 45 51) 88 93 57, über E-Mail nico.hadammoek@joba-sh.de oder hier im Internet zu erhalten.

Bildunterschrift (v.l.n.r.): Arbeiten für den beruflichen Wiedereinstieg: JobA-Casemanager Nico Hadammök mit den Projektteilnehmern Amer Rihawi, Yacob Abreha und Rakan Atalaa sowie Jan Sevecke vom Jobcenter Kreis Segeberg und JobA-Geschäftsführer Lennart Landsberg.